EDITORIAL: DAMIT ES SO KLINGT, WIE ES AUCH IST

Bei der Forschung nach dem richtigen Auto-Klang gibt es keine Unterschiede zur Musik. © zVg.

Wie ein Auto klingt, ist kein Zufall. Und das gilt beileibe nicht nur für den Motor. Nahezu jedes Geräusch in einem Auto, und davon gibt es weit mehr als 100 funktionale, wird heute bei praktisch allen Herstellern von einer Schar Akustikern, Sound-Designern, Mathematikern oder Physikern «komponiert». Der Scheibenwischer soll bitte schön eufonisch wippen und nicht wimmern; der Blinker gern kernig-ruhig und nicht nervig-grell klacken und die Tür beim Zuschlagen ein sicheres Wohlfühl-Gefühl vermitteln und nicht blechern und billig scheppern. Nur so wird das Unterbewusstsein beim Fahrer, sprich potenziellen Kunden positiv angesprochen. Der Sound muss ausserdem zu Marke und Modell passen und den Charakter unterstreichen. Durch das Aufkommen des Elektroantriebes stehen die «Sound-Verantwortlichen» aller Marken gegenwärtig vor einer riesigen Challenge. Niemand weiss genau, wie der Sound der E-Autos von morgen klingen soll und wird. Letztlich wird der Kunde das letzte Wort haben. Aber «theoretisch ist alles möglich», sagt Akustik-Experte Klaus Genuit. Der Professor an der Technischen Uni Aachen (D), Chef von Head acoustics und in vielen EU-Projekten involvierte Sound-Profi rechnet wie viele seiner Kollegen mit einer «Beruhigung», was das Aussengeräusch des Autos in Zukunft angeht. Allenorts wird derzeit am Sound von morgen getüftelt und ein grosses Geheimnis daraus gemacht. Sicher ist jedoch: Ab 2020 müssen die Elektroautos beim Langsamfahren per Gesetz einen Ton von sich geben, um die anderen Verkehrsteilnehmer auf sich aufmerksam zu machen. Wie das dann klingen soll, ist noch nicht in Stein gemeisselt.

Solche Probleme, oder sagen wir Fragestellungen, gibt es bei den in dieser AR vorgestellten Porsche nicht. Wenn Sie die Artikel über die «Boliden» GT2 und GT3 lesen, wird Ihnen sofort auffallen, dass deren Sound viel Zeit gewidmet wurde. Und sicher auch unsere Kleinen im Heft, der Renault Twingo GT und der ­Fiat 500 S aus dem Vergleichstest sowie der auch getestete VW up!, waren in ihren Werken in der Akustikkammer. Nicht zuletzt deshalb, um zu verhindern, dass bei diesen sicher vergleichbar preiswerteren Autos etwas «billig» klingt, was die Absatzchancen würde schmälern können. Dann eher weniger Leisetreter sind die ebenfalls vorgestellten Jeep Compass und vor allem der Honda Civic Type R. Vor allem zu Letzterem passt ein gewisser Sound, macht er doch vor allem optisch viel Wind.

 


 

 

INHALT

AR 29/30/2017

TITELTHEMA

Auto-Sound Es kommt auf mehr an, als den Klang des Motors

 

TUNING

GTI-Treffen Preziosen am Wörthersee (A)

 

DRIVE STYLE

Richard Charlesworth Interview mit dem Bentley-­Insider

 

SPEZIAL

Porsche Exklusive Manufaktur

 

TESTS & FAHRBERICHTE

Porsche GT3 Fahrbericht

1Renault Twingo vs. Fiat 500 S Vergleichstest

VW up! 1.0 TSi Test

Jeep Compass, Honda Civic Type R Fahrberichte

 

SPORT

Formel 1 Hamilton-Days in Silverstone

Porsche Die Rückkehr in die Formel 1 ist gut möglich

Formel E Buemi bleibt Leader in Abwesenheit

 

RUBRIKEN

Leserbriefe, Agenda, Impressum

1 Kommentar

  1. Ich konnte schon einige Fussgänger- und Radfahrer-unfälle knapp vermeiden. Wenn Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren in der gleichen Strasse unterwegs sind, hört man mein Mitsubishi PHEV schlicht nicht, trotz diskreter Geräuschproduktion.

    Ganz etwas Anderes: weshalb müssen Traktoren einen derartigen Krach machen? Hier wären Gewicht und Platz für Dampfungsmassnahmen problemlos! Wenn nur schon das Tragen von Kopfhörern im Verkehr verboten wäre, würde es wohl bald bessern.

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