2017 WIRD SIEBTES GUTES AUTOJAHR IN FOLGE

Im abgelaufenen Juni wurden rund 2 % mehr neue PW immatrikuliert als im Vorjahresmonat. Kumuliert liegt die Branche gegenüber dem guten 2016 leicht im Plus.

Mit fast 3000 Auslieferungen erzwang BMW mit hohen Rabatten ein neues Rekordergebnis. Der X1 ist die meistverkaufte Modelllinie. © BMW

Nach der ersten Jahreshälfte mit annähernd 159 000 ausgelieferten neuen Personenwagen müssten schlimme Ereignisse passieren, damit aus 2017 kein gutes bzw. sehr gutes Autojahr würde. Zufrieden gibt sich die Branche heutzutage, wenn das Resultat über 300 000 Einheiten liegt, bei zirka 315 000 beginnt man von einem sehr guten Jahrgang zu sprechen. Seit 2011 lagen die Neuimmatrikulationen stets über 300 000; eine Periode von sieben guten Abschlüssen in Folge hat es seit Mitte der 1960er-Jahre nie mehr gegeben. Ursache dafür ist nicht allein der starke Franken, der zu markant tieferen Verkaufspreisen geführt hat. Die tiefen Zinsen wirken sich ebenfalls als Kaufbeschleuniger aus, speziell jetzt, wo davon ausgegangen wird, diese würden mittelfristig wieder steigen.

Vorgezogene Geschäfte

Engagierte Verkäufer gehen deshalb mit attraktiven Leasingangeboten in die Offensive; während der Laufzeit eines Leasingvertrages bleiben die Zinsen unverändert. Gut 50 % aller Neuwagengeschäfte basieren derzeit auf einem Leasingvertrag. Ausgehend von einer durchschnittlichen Laufzeit über 48 Monate ergibt sich so ein theoretisches Potenzial von gut und gerne 50 000 möglichen vorzeitigen Ablösungen (ohne Flottengeschäfte), d. h. der Leaser kann zu ähnlichen Konditionen bereits nach drei, statt nach vier Jahren wieder ein neues Auto fahren. Die meisten, ohnehin nie zufriedenen, Importeure unterstützen solche Praktiken, füttern damit auch die Occasionenlager und erneuern so den Wagenpark frühzeitig mit Autos der Abgasnorm Euro 6.

Der Neuwagenverkauf ist europaweit (EU28 und Efta) per Ende 2016 mit rund 15.1 Mio. Neuzulassungen auf gutem Weg, das Niveau von vor der Wirtschaftskrise 2007 wieder zu erreichen (16.1 Mio. Einheiten, Tiefpunkt 2012 mit 12.6 Mio. Einheiten, aktueller Stand +5 % im Vergleich zum Vorjahr). Trotzdem sind keine Anzeichen für ein Nachlassen des Verkaufsdrucks erkennbar; die Rabattitis dominiert die Werbemassnahmen. Ein Hinweis dafür, dass markenübergreifend, bis hin zu den Luxusherstellern, Überkapazitäten bestehen.   

Neuwagenimmatrikulationen CH/FL

Monat Juni und gesamt 2017

Jun. 17

Jun. 16

± %

Kum. 17

Kum. 16

± %

Rang *

Alfa Romeo

338

133

154.1

1666

547

204.6

26

Aston Martin

16

10

60.0

123

74

66.2

37

Audi

1728

1836

5.9

9327

8850

5.4

5

BMW

2962

2362

25.4

12 549

12 423

1.0

3

BMW Alpina

1

6

83.3

19

39

51.3

38

Chevrolet

63

22

186.4

232

105

121.0

35

Citroën

856

845

1.3

3645

3874

5.9

18

Dacia

904

673

34.3

4287

3200

34.0

15

DS

72

165

56.4

410

825

50.3

33

Fiat

1101

867

27.0

5361

4209

27.4

12

Ford

1463

1179

24.1

6850

6472

5.8

8

Honda

352

492

28.5

2065

2748

24.9

23

Hyundai

785

785

0.0

4400

5061

13.1

13

Infiniti

14

63

77.8

194

363

46.6

36

Jaguar

147

202

27.2

704

698

0.9

30

Jeep

251

300

16.3

1531

1578

3.0

28

Kia

328

582

43.6

1750

2556

31.5

24

Lancia

1

16

93.8

4

62

93.5

39

Land Rover

272

406

33.0

1734

2049

15.4

25

Lexus

44

45

2.2

279

419

33.4

34

Maserati

87

75

16.0

534

341

56.6

31

Mazda

829

1066

22.2

3970

5097

22.1

16

Mercedes

2361

2247

5.1

13 469

12 015

12.1

2

Mini

591

573

3.1

2852

2542

12.2

20

Mitsubishi

286

519

44.9

1652

2103

21.4

27

Nissan

435

562

22.6

3516

3565

1.4

19

Opel

1688

1637

3.1

7186

6798

5.7

6

Peugeot

1015

1004

1.1

5374

5503

2.3

11

Porsche

467

379

23.2

2245

2322

3.3

22

Renault

1689

1515

11.5

6993

7357

4.9

7

Seat

1181

981

20.4

6213

4555

36.4

9

Škoda

1970

1938

1.7

10 138

10 740

5.6

4

Smart

234

280

16.4

1253

1573

20.3

29

SsangYong

86

132

34.8

415

512

18.9

32

Subaru

526

736

28.5

2581

3153

18.1

21

Suzuki

852

755

12.8

4389

3941

11.4

14

Toyota

1167

943

23.8

5727

5253

9.0

10

Volkswagen

3768

3900

3.4

17 701

19 362

8.6

1

Volvo

563

668

15.7

3741

3624

3.2

17

Diverse Marken

430

360

19.4

1839

1529

20.3

TOTAL

31923

31259

2.1

158918

158037

0.6

davon 4×4

14 626

13 071

11.9

73 634

68 107

8.1

davon Diesel

12 072

12 531

3.7

59 567

62 259

4.3

davon Alternativantriebe

1716

1400

22.6

7864

6948

13.2

Quelle: auto-schweiz/Astra/Mofis 3. 6. 2017
* Die Rangierung beruht auf den kumulierten Zahlen 2017 (Spalte: «Kum. 17»)

Ungebrochene Nachfrage nach 4×4-Fahrzeugen und EV sind im Kommen

In der Schweiz ungebrochen steigt die Nachfrage nach 4×4-Fahrzeugen: Im Juni 2016 lag der Anteil der Allradler am Gesamtmarkt bei 41.8 %, im Juni 2017 bei 45.8 %. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Anteil prozentual um 7.5 % – das ist signifikant. So verhält es sich auch mit den alternativen Antrieben. Stark im Kommen sind die Hybride, und die Elektrischen erreichen jetzt stabil einen Marktanteil von über einem Prozent, hauptsächlich dank Tesla, wo in jüngster Zeit praktisch nur noch Versionen mit Allradantrieb zur Auslieferung gelangt sind.

VW, Mercedes, BMW

Letzte Feststellung per Mitte des Jahres: In der Schweiz zementieren Mercedes und BMW ihre Position auf dem Podium hinter dem Markführer Volkswagen und kommen diesem näher. Und ein kleines Comeback feiert Toyota, nicht zuletzt dank dem extrovertierten C-HR, der hinter dem Yaris zweitmeistverkaufte Toyota.

Jürg Wick

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