WIEDER EGLI UND DOCH NOCH BÜRKI

Martin Bürki unterwegs zum Schweizermeistertitel.
Martin Bürki unterwegs zum Schweizermeistertitel.

Tja, das Heimrennen in Interlaken war nicht der Brüller für uns …» Der das ausdrückt, ist Christian Balmer. Und tatsächlich fuhr der 47-jährige Garagist aus Wilderswil BE im ersten Lauf Bestzeit. Rund eine Sekunde schneller als sein schärfster Widersacher Philip Egli. Dummerweise freilich touchierte Balmer bei seinem Bestzeit-Ritt über den Flugplatzkurs eine Pylone und kassierte dafür zehn Strafsekunden. Als dann der zweite Lauf anstand, begann es leicht zu regnen. «An eine bessere Zeit war nicht mehr zu denken. Deshalb haben wir uns entschlossen, nicht mehr zu starten», so Balmer. Und: «Schade, es wäre mehr dringelegen, aber mit Wenn und Aber gewinnt man keinen Slalom», hält der diesbezügliche Meister aus dem Jahr 2008 fest. Balmers Pech war in dem Sinn Eglis Glück. Wobei natürlich niemand weiss, wie es ausgegangen wäre, sofern im zweiten Durchgang noch einmal gute Bedingungen geherrscht hätten. Das gehört derlei eben auch zum Rennsport. «Ja, ich bin zufrieden, so, wie es lief», hält Egli fest. Auch mit seiner Bestzeit ist der Bauführer «zufrieden». Im Gegensatz zu seinem Sieg vor zehn Tagen in Frauenfeld TG, als zwischen Training und erstem Rennlauf noch ein Highspeed-Getriebewechsel notwendig wurde, lief diesmal das Rennwochenende für Egli ruhig ab. «So soll es sein.»

Philip Egli, dessen Renntag Sie in der nächsten Ausgabe der AR als Reportage miterleben können, war der Schnellste.
Philip Egli, dessen Renntag Sie in der nächsten Ausgabe der AR als Reportage miterleben können, war der Schnellste.

Die «Angst» fuhr mit

Letztlich doch noch zum Sieg reichte es Lokalmatador Martin Bürki. Erstmals in dieser Saison mit seinem eigenen Polo unterwegs, bereitete ihm dieser ziemliche Probleme. «Ich hatte effektiv Bedenken, den neuen Motor zu ruinieren», hielt Bürki fest. Irgendwie floss da zu wenig Benzin dahin, wo es hin sollte. Folglich herrschte ein Luftüberschuss, sprich wirkte da ein zu mageres Gemisch. Das Auto verlor so infolge dieser Benzindruckprobleme unter Last an Leistung und riegelte ab. «Das ist, wie wenn du dir ein Nasenloch zuhältst», erklärte der Garagist aus Uetendorf BE. Was den Meister am Lenkrad am meisten ärgerte: «Wir haben einfach nicht rausgefunden, woran es lag.» Versucht hätten er und seine Crew einiges, genutzt habe es in dem Fall jedoch nichts. «Aber auch das ist eben Rennsport.» Auf dem Prüfstand lang der 1400er-Polo von «MB» noch wie ein Schwyzerörgeli, gespielt vom Berner Virtuosen Res Schmid – im Rennen verhielt er sich dann eher wie ein Rodeoross unter Rennpferden.

Im grünen Bereich

Um seinen Slalom-Meistertitel zu verteidigen, musste Bürki im zweiten Lauf, bei eben noch trockenen Bedingungen, auf die Tube drücken. Selbiges wie gesagt mit dem unguten Gefühl im Nacken, dass da unter der Haube etwas kaputtgehen und ein tiefes Loch ins Portemonnaie reissen könnte. Doch letztlich blieb alles heil, und der Materialschaden aus.

Mit seiner Zeit war der Meister allerdings überhaupt nicht zufrieden. «Ich bin hier schon 2:29er-Zeiten gefahren», kontantierte Bürki. Diesmal musste sich der Polo-Bändiger mit einer 2:36-Zeit bescheiden. Allein, das wird bestimmt wieder besser. Martin Bürki führt damit die Slalommeisterschaft zusammen mit dem Sieger in der 2-Liter-Klasse, Danny Krieg, an. Also – alles im giftgrünen Bürki-Polo-Bereich.

 

Der Gewinner der Gruppe E1 von 2501 bis 3000 ccm, Sébastien Joray lässt uns an seiner Bestzeit-Fahrt – mit dem BMW M3 – teilhaben:

  1. ACS Auto-Slalom in Interlaken, Streckenlänge 4,328 km

E1, bis 1400 ccm: 1. Mike Bürki (Uetendorf), VW Polo, 2:42,52. 2. Marc Buchser (Reitnau), VW Polo, 2:43,11. 3. Michel Carini (Steffisburg), VW Polo, 3:01,38. 1401 bis 1600 ccm: 1. Martin Bürki (Uetendorf), MB Polo, 2:36,86. 2. Michel Kuster (Muntelier), Alfa Romeo Sprint, 2:40,07. 1601 – 2000 ccm: 1. Danny Krieg (Altendorf), Audi A4, 2:30,53. 2. Manuel Santonastaso (Müllheim), BMW 320, 2:32,83. Patrick Flammer (Glarus), Suzuki Swift, 2:34,74. 2001 – 2500 ccm: 1. Christian Hirsig (Thierarchern), VW Polo, 2:49,37. 2. Beat Kunz (Frutigen), BMW 325i, 2:54,96. 2501 bis 3000 ccm: 1. Sébastien Joray (Moutier), BMW M3, 2:41,86. über 3000 ccm: 1. Aristide Rebord (Les Valettes), BMW M3, 2: 36,40. 2. Jürg Steiner (Landquart), BMW M3, 2:36,22. E2-SC, 1. Jean-François Chariatte (Pruntrut), TracKing, 2:33,27. E2-SS, bis 1600 ccm: 1. Domenico Sergi (Bossonnens), F3, 2:45:91. 1601 bis 2000 ccm: 1. Philip Egli (Zürich), Dallara F394 Opel, 2:18,38. 2. Marcel Maurer (Längenbühl), Formel Renault, 2:21,51. 3. Augustin Sanjuan (St. Croix), Dallara F307, 2:21,72. Super Serie, bis 2000 ccm: 1. Oski Kuhn (Zürich), Honda Integra Type R, 3:07,91. über 2000 ccm: 1. Peter Eisenbart (Jonschwil), Ford Escort Cosworth, 2:56,70. Competition über 3000 ccm: 1. Albin Mächler (Wangen), BMW M4, 2:36,56. N/ISN/R1, Bis 2000 ccm: 1. Remo Michel (Erlen), Honda Civic Type R, 2:48,63. 2. Iwan Brantschen (Randa), Renault Clio, 2:52,71. 3. Hanspeter Thöni (Brienz), Peugeot 106, 2:56,09. über 2000 ccm: 1. Anthony Picard (Sonvilier), Renault Clio, 2:43,24. A/ISA/R2/R3, bis 2000 ccm: 1. Alain Jaquemet (Feriens), Renault Clio, 2:56,92.. H, über 2000 ccm: 1. Nicolas Bührer (Biel), BMW M1, 2:44,98. CN, 1. Daniel Mauerhofer (Schinznach-Bad), Norma 20F, 2:32,08. Interswiss, bis 1600 ccm: 1. Stephan Burri (Milken), VW Polo, 2:36,63. 2. Andreas Lanz(Maur), Toyota Corolla, 2:38,94. 3. Rolf Jungi (Alchenstorf), Ciroen Saxo, 2:45,16. 1601 bis 2000 ccm: 1. René Aeberhard (Biglen), Opel Kadett, 2:37,28. 2. Michel Bering (Le Locle), Honda Civic, 2:41,68. 3. Thomas Roesch (Kölliken), Renault Clio, 2:50,14. 2001 bis 3000 ccm: 1. Michael Zbinden (Wattenwil), Opel Kadett, 2:42,38. über 3000 ccm: 1. Paul Büetiger(Lohn-Ammannsegg),PorscheGT3,2:41,99. –Abarth Tropheo, Slalom: 1. Sylvain Burkhalter (Tramelan) 2:57,31. 2. Paul Kaspar (Hergiswil) 3:00,54. 3. Cyrille Crevoiserat (Couroux) 3:05,08.. Corsa: 1. Martina Garovi (Sachseln) 2:50,49. 2. Bruno Riesen (Oberbütschel) 2:50,86. 3. Beat Wyssen (Spiezwiler), 2:50,88.

Nächsterter Lauf: Slalom in Saanen am Samstag 15. Mai.

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