AUTO DER QUEEN VERSTEIGERT

Bei Autopfandhäusern sammeln sich immer wieder ­Fahrzeuge mit aussergewöhnlichen Geschichten an.

Die Staatskarrosse der englischen Königin: ein Daimler DS 420.

Das Auto-Pfandhaus.ch hat in seinem beinahe zehnjährigen Bestehen bereits viele Hundert Autos in Pfand genommen. Die meisten wurden von ihren Besitzern, die mit der Dienstleistung kurzfristig einen Liquiditätsengpass überbrücken, wieder ausgelöst – nur rund zehn Prozent werden erfahrungsgemäss nicht mehr abgeholt und dann öffentlich versteigert.

Die Top 5 der aussergewöhnlichsten und witzigsten Fahrzeuge:

Daimler DS 420
Die royale Staatskarosse von Queen Eli­zabeth, die über einen CD-Wechsler für 100 CDs verfügte, kam mit den Originalpapieren des britischen Königshauses. Der Wagen einem Schweizer Künstler, der die Limousine aufgrund unregel­mässiger Einkünfte vor­übergehend ins Auto-Pfandhaus gab und dafür 10 000 Franken erhielt.

Lotus Caterham Super Seven
Der superleichte (545 kg) offene, zweisitzige Sportwagen wurde ursprünglich für Club-Rennen konzipiert. Das Renn­auto mit Jahrgang 2001 hatte allerdings einen kleinen Makel: Der Rückwärtsgang war defekt, sodass es zum Rückwärtsfahren nur geschoben werden konnte. Pfandwert: 15 000 Franken.

Der Lotus Caterham Super Seven.
Der Lotus Caterham Super Seven.

Matra Djet/Jet 5
Das Sportcoupé mit Mittelmotor des französischen Automobilherstellers ­Matra war zwar in gutem Zustand. Die schlechte Qualität der Kunststoff-Flunder ist allerdings legendär, weshalb davon zwischen 1962 und 1968 auch bloss 1689 Stück gebaut wurden. Der Matra Jet, von dem es hiess, er sei bereits ­defekt, bevor er das Werk verlässt, ist ein absoluter Exot, dessen Wert sich schlecht einschätzen lässt. Dennoch konnte der Besitzer seinen roten Flitzer beim Auto-Pfandhaus beleihen.

Der Matra Djet/Jet 5.
Der Matra Djet/Jet 5.

Chinesischer Reisecar
Der Bus war das Resultat einer Entwicklungszusammenarbeit eines Schweizer Unternehmers mit einem chinesischen Hersteller. Allerdings dauerte die Entwicklung des für den europäischen Markt gedachten Cars mit italienischen Serienteilen länger als erwartet, weshalb dem Besitzer schlussendlich das Geld sowohl für die Zolleinfuhr als auch für die Aufbereitung zur Motorfahrzeug­kontrolle fehlte. Ein Mitarbeiter des ­Auto-Pfandhauses musste den Selfmade-Unternehmer deshalb nach der Beleihung für satte 80 000 Franken erst zum Zoll und dann zur MFK begleiten.

Opel Insignia
Das Fahrzeug kam gleich zweimal zum Auto-Pfandhaus, beim zweiten Mal allerdings mit 100 000 km statt wie zuvor mit 200 000 km auf dem Kilometerzähler. Obwohl der Besitzer den Zähler offensichtlich manipuliert hatte, konnte das Auto beliehen werden – allerdings mit ­einem entsprechenden Risikoabschlag für noch 5000 Franken. Der Besitzer versuchte vergeblich, den Pfandwert in die Höhe zu treiben und löste das Gefährt schliesslich nicht mehr ein – es kam zur Versteigerung. Selbstverständlich ­wurde dabei die Manipulation am Tacho offengelegt.

PD

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