ALPINES WIEDERAUFERSTEHUNG

Jetzt ist es definitiv: Frankreichs legendärer Alpine-Sportwagen kehrt zurück. Bereits 2017 soll es ihn zu kaufen geben.

Der Zeitrahmen (circa anderthalb Jahre bis zum Verkaufsstart) ist knapp, und Renault scheint auch noch nicht so genau zu wissen, wohin die Reise geht – sonst hätten die Franzosen bei der jüngsten Alpine-Präsentation in Monaco mehr Details enthüllt.

Wenig Fakten

Die Fakten sind dürftig: Das jetzt in Monaco vorgestellte Modell ist immer noch eine Studie, also quasi ein Vorab-Serienmodell. Das endgültige Serienmodell soll aber noch 2016 präsentiert werden, 2017 folgt wie erwähnt der Verkaufsstart. Rund 270 PS soll das Auto mithilfe eines 4-Zylinder-Turbomotors leisten und den Spurt von 0 auf 100 km/h in 4,5 s schaffen. Gewicht? Hubraum? Ungefährer Verkaufspreis? Wurde alles nicht bekannt gegeben.

Welcher Motor?

Kein Wunder, reimten die Journalisten sich in der Folge ihre Storys selber zusammen. Dass der neue Alpine einen 1,8-l-Turbomotor haben soll, scheint irgendwie durchgesickert zu sein. Doch von welchem Modell stammt der ­Motor? Dass für die vergleichsweise kleine Marke Alpine extra ein eigener Motor produziert wird, scheint unwahrscheinlich, weil zu teuer. Also ein Renault-Motor? Nicht unbedingt, denn Renault bildet mit Nissan eine Allianz. Gemäss Gerüchten soll die Serienversion des Alpine von einem aufgebohrten 1,6-l-Nissan-Motor angetrieben werden – Nissans 1.6 DIG-T (190 PS im Pulsar) wäre ein möglicher Kandidat für eine Aufbohr- und Modifizierungsaktion. Für das Nissan-Aggregat spricht sicherlich auch, dass Alpine seit den ersten zaghaften Wiederbelebungsversuche der Marke 2012 auf Nissan-Motoren setzt. 2013 trat ein «Sigantech Alpine»-Team in der LMP2-Kategorie beim 24-h-Rennen von Le Mans (F) an – mit einem Nissan-Motor (Platz 16).

Col de Turini

Als Kulisse für die neuesten Pressefotos wurde jedoch nicht eine Rennstrecke gewählt, sondern der Col de Turini, ein Pass in den französischen Seealpen, der zur Strecke der Rallye Monte Carlo gehört. Der Rallye-Spezialist Alpine konnte dort mit dem A110 (in den Ausführungen 1300–1800) schon einige Erfolge feiern, so mehrere dritte Plätze (1969, 1970 und 1973), zweimal einen zweiten Platz (1971 und 1973) und sogar zwei erste Plätze (1971 und 1973).

Möglicher Verkaufspreis

Auch zum Verkaufspreis herrscht Konfusion, einige Journalisten schreiben, das Serienauto könnte rund 90 000 Franken kosten, andere sehen den Kaufpreis eher in der Region um 55 000 Franken.

Fazit

Jean Rédélé (1922–2007) wird das Comeback seiner kleinen Sportwagenmarke leider nicht mehr erleben, er gründete in den Fünfzigerjahren in seiner Werkstatt in Dieppe (F) den Alpine. Genau 26 666 Autos entstanden unter dem berühmten blauen Logo, davon 7579 der «Rennflunder» A110 (1961–1977). Als letztes Auto wurde der A610 gebaut (818 Exemplare), 1995 war Schluss mit der Produktion. Und ganz egal, ob der neue Alpine nun mit einem Renault- oder Nissan-Motor auf die Welt kommt – Hauptsache, sie verdienen die Bezeichnung «Sportwagen». Jean Rédélé hätte es bestimmt auch so gewollt.

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