Youngtimer: Opel Lotus Omega

Lotus leistete auch immer Entwicklungsarbeit f├╝r andere Marken. Sogar f├╝r Opel.

  • Gebaut zwischen 1990 und 1992
  • Wahrscheinlich 950 Exemplare. Oder 988.
  • 3,6 Liter Hubraum, 382 PS, 568 Nm

 
Eigentlich war ja alles gut. 1986 war Lotus von General Motors ├╝bernommen worden, es kehrte Ruhe ein in Hethel. Gut, vielleicht etwas gar viel Ruhe, nur so l├Ąsst sich der Elan (Typ M100) erkl├Ąren, der erste und einzige frontgetriebene Lotus (der dann, noch schlimmer, als Kia Elan endete). Es gab damals noch den Excel, doch f├╝r den interessierte sich eh kaum jemand, ein bisschen gebastelt wurde auch noch am ewigen Esprit. Es bestanden also noch Kapazit├Ąten, und GM wollte ja auch einen gewissen ┬źreturn on investment┬╗.

Das war dann schon wild Anfang der 90er Jahre: Opel Omega Lotus – Collecting Cars

Ebenfalls 1986 war der Opel Omega auf den Markt gekommen. Diesen gab es auch mit einem 3-Liter-Reihensechszylinder und zu Beginn 177 PS, eine ganz anst├Ąndige Limousine, wenn auch fast schon furchtbar bieder. Wer nun auf die Idee kam, aus dieser Familienkutsche ein grobes Geschoss zu machen, ob Opel/Vauxhall oder Lotus, das wissen wir nicht. Als der Opel Lotus Omega 1989 vorgestellt wurde, war die ├ťberraschung auf jeden Fall ziemlich gross: Lotus hatte dem Biedermann ein doppelt so starkes Herz eingepflanzt.

Der 3,6-Liter-Biturbo kam auf 382 PS – und gilt als nicht besonders zuverl├Ąssig – Collecting Cars

Der Aufwand war heftig. Der 3-Liter-Vierventiler von Opel wurde in England auf 3,6 Liter Hubraum vergr├Âssert. Dazu kamen noch zwei Garrett-T25-Turbolader, ein Intercooler von Behr, neue Kolben von Mahle. Die Kraft wurde ├╝ber das gleiche 6-Gang-Getriebe von ZF, das auch in der Corvette ZR-1 seinen Dienst versah, und ein Sperrdifferential aus dem Holden Commodore an die Hinterr├Ąder geschickt.

Ein Opel ist ein Opel ist ein Opel – Collecting Cars

Und es war viel Kraft: 382 PS, 568 Nm maximales Drehmoment. Vom Werk wurden 5,4 Sekunden f├╝r den Sprint von 0 auf 100 km/h angegeben, dazu eine m├Âgliche H├Âchstgeschwindigkeit von 283 km/h. Damit war der Lotus Omega zwar nicht die schnellste Limousine der Welt, wie gern geschrieben wird (diese Ehre geh├Ârte dem Alpina B10 Biturbo, 291 km/h), aber mit seinen Fahrleistungen auf der H├Âhe zeitgen├Âssischer Ferrari und Porsche.

Die H├Âchstgeschwindigkeit lag bei beachtlichen 283 km/h – Collecting Cars

Schon w├Ąhrend seiner Produktionszeit – zwischen 1990 und 1992 wurde 950 Exemplare gebaut (andere Quellen meinen: 988) – fiel der Lotus Omega noch mehr als mit seinen imposanten Fahrleistungen mit vielf├Ąltigen technischen Problemen auf. Elektrik und Elektronik funktionierten nie so richtig, das Getriebe erwies sich als Schwachstelle, die Motoren gingen reihenweise hoch. Damals liess sich das, wenn auch nur mit happigem finanziellen Aufwand und ewigen Wartezeiten, ja noch reparieren; heute ist die Situation bei den Ersatzteilen schlicht und einfach dramatisch, es gibt fast nichts mehr. Es gibt auch nur noch wenige saubere Exemplare – und die sind dann so richtig teuer.

Was man aus einer braven Familienkutsche alles machen kann – Collecting Cars

In der monatlich erscheinenden Klassik-Beilage der AUTOMOBIL REVUE finden Sie immer sch├Âne Old- und Youngtimer. Abos gibt es: hier. Online entsteht ausserdem eine kleine Reihe mit begehrenswerten Youngtimern, eine Auflistung der schon beschriebenen Fahrzeuge finden Sie: hier.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr dar├╝ber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.