DIE FEHLENDEN NEUN

Jaguar hat bekannt gegeben, die 9 XKSS, die 1957 durch das verheerende Feuer zerstört wurden, jetzt doch noch fertigzustellen.

Der 3,4-l-Sechszylinder-Motor leistet mit 174 kW (237 PS)  fast genau so viel Leistung wie das Rennsportmodell mit 184 kW (250 PS).
Der 3,4-l-Sechszylinder-Motor leistet mit 174 kW (237 PS) fast genau so viel Leistung wie das Rennsportmodell mit 184 kW (250 PS).

Die Frage, welcher Jaguar-Typ der wertvollste ist, ist schwierig zu beantworten, denn viele, die da infrage kämen, sind seit Jahren in festen Sammlungen integriert. Wirklich in Millionärshände aber kommen nur jene Jaguar-Typen, die für Rennen bestimmt waren (XJ13, D-Type, C-Type, E-Type Lightweight) oder aber die echten Supersportwagen für die Strasse: XKSS, XJR-15 und XJ220.
Der XKSS (oder je nach Schreibweise XK-SS) hatte unter diesen superexklusiven Jaguar immer eine Sonderstellung inne. Hierfür gibt es einige Gründe, der erste ist der einfachste: Der Wagen sieht hinreissend aus. Geschichtlich gesehen entstand der XKSS nämlich aus dem D-Type. Vom Rennsport-D-Type (Sieger in Le Mans 1955-1957) waren nämlich noch einige Chassis übrig. In Coventry (GB) beschloss man in der Folge, dass damit ein echter Stras­sen-Supersportler aufgebaut werden sollte. Natürlich mit einer strassentauglichen Scheinwerferanlage, einer ordentlichen Windschutzscheibe und vor allem ohne diese gigantische Haifischheckflosse des D-Type. Der 3,4-l-Sechszylinder-Motor leistet mit 174 kW (237 PS)  fast genau so viel Leistung wie das Rennsportmodell mit 184 kW (250 PS). Die Strassenautos waren vornehmlich für den US-Markt angedacht – für betuchte Kunden.

Mit einer Hommage an die ersten Modelle des Rennwagens, kündigt Jaguar das Revival an.

16 dieser schönen XKSS  waren bis ins Jahr 1957 fertiggestellt, dann schlug das Schicksal zu – was der Grund Nummer zwei für die Seltenheit des XKSS heute ist. Im Produktionswerk «Browns Lane Factory» brach am 12. Februar 1957 ein verheerendes Feuer aus, das das ganze  Werk zerstörte. Ursprünglich sollten 25 XKSS gebaut werden.

Doch die 16 fertiggestellten Modelle wurden immerhin verkauft – und kamen zum Teil in sehr prominente Hände –, was der Grund Nummer drei für die exorbitanten Preise ist, die heute für XKSS-Typen gezahlt werden. Denn einer der 16 XKSS ging an den Hollywood-Schauspieler Steve McQueen, der damit jede Menge Spass hatte. Dieses Auto kann heute übrigens im Peterson Automotive Museum in Los Angeles (USA) bewundert werden.

Doch damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende. Jaguar hat nun bekannt gegeben, dass die neun «missing cars» nachgebaut würden. Zwar nicht auf Basis eines Originalchassis (diese sind verbrannt bzw. in der Hitze des Feuers vermutlich weggeschmolzen), doch auf Basis von Originalbauplänen. Ein jedes dieser Fahrzeuge soll in Handarbeit von den Jaguar-Mitarbeitern im neuen «Experimental Shop» in Warwick (GB) gebaut werden. Das Wissen, wie man solche Autos «wieder aufbaut», haben sich die heutigen Jaguar-Bauer beim Aufbau neuer E-Type Lightweights geholt.

Interessant wird zu sehen sein, wie der Markt auf solche «Replikas» reagiert. Eine Million Pfund (1,37 Mio. Fr.) will Jaguar pro aufgebauten XKSS. Das ist viel Geld. Allerdings: Steve McQueens 1956er-XKSS wird auf einen Wert von 30 Millionen Dollar geschätzt – dagegen sind die neuen XKSS geradezu ein Schnäppchen.

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